Erlösung für den VfL Bochum! Im neunten Versuch gelang der erste Dreier der Saison in der Fußball-Bundesliga. Das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt konnte mit 3:0 gewonnen werden. Held des Tages war Philipp Förster.
Von Beginn an konzentrierte sich der VfL auf eine kompakte Defensive und überlies den Gästen den Ballbesitz. Die Frankfurter konnten aus dieser Überlegenheit aber kein Profit schlagen und kein Tempo in die eigenen Aktionen bringen. So kam in den ersten Minuten kaum Spielfluss auf, der Ball war häufig entweder in der Luft oder im Aus.
Dies lag auch an den Gastgebern, deren Offensivbemühungen nach folgendem Rezept abliefen: Langer Ball auf Philipp Hofmann, der sich im Zweikampf behaupten musste und den Ball auf die Außen - vorzugsweise Holtmann - verteilen sollte. Dabei lieferte sich der VfL-Angreifer mit SGE-Verteidiger Orbite Ndicka teilweise Zweikämpfe, die eher an Ringkampf als Fußball erinnerten.
Doch nicht nur Hofmann zeigte sich präsent in den Zweikämpfen. Insgesamt scheute die Mannschaft kein Duell, war dicht am Gegenspieler und bekam immer wieder einen Fuß dazwischen. Nur einmal war die Bochumer Defensive unaufmerksam und lies Lucas Alario entwischen, dessen Schuss Manuel Riemann aber entschärfen konnte (23.). Der einzige Schuss aufs Tor für den VfL kam von Gerrit Holtmann, der den Ball aber nicht optimal traf - kein Problem für Kevin Trapp im Frankfurt-Kasten (44.).
SGE: Trapp - Jakic (Chandler, 46.), Tuta, Ndicka, Pellegrini (Lenz, 78.) - Ebimbe, Sow (Rode, 60.) - Lindström (Alidou, 78.), Götze (Kamada, 60.), Borré - Alario
Tore: 1:0 Hofmann (71.), 2:0 Ndicka (87.), 3:0 Förster (90.)
Gelbe Karten: Zoller (40.), Ordets (54.), Ebimbe (57.)
Schiedsrichter: Martin Petersen
Zuschauer: 24.850
Die zweite Halbzeit gingen die Bochumer mit deutlich mehr Mut nach vorne an. Dadurch war direkt Tempo im Spiel. Beide Mannschaften versuchten früh zu stören und bei eigenem Ballbesitz den Weg sofort in die Tiefe zu suchen. Riesiges Glück hatte der VfL bei einem Pfostenschuss von Rafael Borré (63.), selbst konnte ein Angriff über Simon Zoller und Hofmann nicht gut zu Ende gespielt werden (65.).
Mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie intensiver, die Zweikämpfe hitziger. Es ging hin und her, das Mittelfeld war auf beiden Seiten quasi nicht mehr existent und wurde schnell überbrückt - dem Ruhrstadion gefiel das. Angepeitscht von den Rängen schlug Philipp Förster vor der Ostkurve eine Ecke, in der Mitte setzte sich Hofmann durch, Kopfball, 1:0 - Ekstase an der Castroper Straße (71.).
In der Folge zogen sich die Bochumer aber nicht zurück, sondern suchten weiter die Flucht nach vorne. Frankfurt wechselte offensiv und übte mehr Druck aus. Ein Tor vom eingewechselten Daichi Kamada wurde aber abseitsbedingt abgepfiffen (80.). Auf der anderen Seite dann die erlösende Entscheidung: Einen scharf getretenen Freistoß von Förster lenkte Ndicka ins eigene Tor. Wenig später setzte der zweimalige Assistgeber noch einen drauf und jagte den Ball unhaltbar zum 3:0 in den Winkel (90.) - erster Sieg, drei Punkte, grenzenloser Jubel beim VfL.